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Good Time in Plattling

Anne Hübner beim Training in Plattling.

Am Wochenende starten unsere Freestylekurse in Plattling. Der Wasserstand passt perfekt!

Chile Teil 3: Rio Futaleufu und Rio Baker

von Anne Hübner

Kurz vor Weihnachten war es endlich soweit. Paul, Daniel, Michael und ich fuhren Richtung Süden zum Rio Futaleufu. Als es auf den letzten 150 km vor unserem Ziel allerdings anfing zu schneien, zweifelten wir kurzzeitig an unserer Entscheidung, die Weihnachtsfeiertage abseits des Party-Rummels von Pucon verbringen zu wollen. Jedoch mit einem ordentlichen Feuer in einer der extra dafür vorgesehen Quincho Hütten am Cara del Indio Camp ließ es sich ganz gut aushalten. Nachdem aber zwei Tage später ein Wetterumschwung 30 Grad und Sonne pur brachte, war uns klar wieder einmal alles richtig gemacht zu haben. Denn wer startet seinen Heiligabend schon mit einem  Weihnachtsbrunch in der Sonne, gefolgt von einem ausgiebigen Paddeltrip auf dem Futaleufu – der Traumfluss eines jeden Wildwasserpaddlers – gefolgt von einem chilenischen Assado als Festtagsbraten?
So verbrachten wir eine gute Woche am Futa. Feinstes Sommerwetter und ein, im Zweitagesrhythmus wechselndes Programm, zwischen Top-to-Bottom und Puente – El Macal bestimmten unseren Jahresabschluss. Einzige Ausnahme war unser Trip nach Chaiten. Der Urlaub von Paul und Daniel neigte sich nämlich langsam dem Ende zu und so beschlossen wir, die beiden zum Bus nach Chaiten zu fahren und auf dem Weg noch den Michimahuida zu paddeln. Nach zwei Stunden Schotterpiste waren wir endlich am Einstieg und ein weiterer traumhafter Paddeltag begann. Bei perfektem Pegel und Wetter war der Sonnenbrand auf unserer sieben stündigen Tour schon vorprogrammiert. Unterbrochen wurde der grandiose Tag nur durch einen Riss in Daniels Boot, was am Michimahuida so ziemlich den “Worst Case” darstellt. Der Fluss schlängelt sich, abgesehen von Ein- und Ausstieg und einer weiteren Stelle kurz nach dem Einstieg, fernab jeglicher Zivilisation durch die Wildnis. Ein Fahrt-Abbruch war also nicht möglich und so wurde das Boot mit Feuerzeug und Klebeband fachmännisch vor Ort geflickt. Die Qualitätsarbeit hielt erfreulicherweise bis zur Ausstiegs-Brücke, die wir am Abend müde aber glücklich erreichten. So konnten wir unsere Heimfahrer am nächsten Tag pünktlich in Chaiten in den Bus setzten.
Nun, nur noch zu zweit unterwegs, ging´s zurück zum Futa um dort letzte Big-water skills zu testen und vor allem um eine Crew für die Fahrt zum Rio Baker zu finden. Beides war schnell erledigt und so starteten wir mit Gabriel aus Canada, Jean aus Frankreich, Aniol aus Spanien und dem Basken Gael mit seiner norwegischen Freundin Netta mit zwei Autos und gut gelaunt in Richtung Süden. Erster Stopp sollte der Rio Ventisquiero sein. Dieser wurde dann aber schnell wegen zu wenig Wasser passiert – zumindest von unserem Auto. Das Auto der französisch-spanischen Crew wollte keinen Meter mehr weiter fahren und so trennten sich unsere Wege schon am ersten Tag unseres Trips wieder. Am Nachmittag des nächsten Tages, nach einer wunderschönen Fahrt entlang des Lago General Carrera kamen wir am Rio Baker an. Wir nutzten den Rest des Tages um die ersten Rapids zu scouten, einen super Campingplatz nur zwei Kilometer oberhalb des Salto de Neff zu finden und uns seelisch und moralische auf das am nächsten Tag vor uns liegende Wuchtwasser vorzubereiten. Einige unserer Gruppe “frisierten” sich sogar extra für den Baker. Am nächsten Morgen war es dann endlich soweit – Gabriel, Michael und ich starteten voller Tatendrang zu unserer ersten gemeinsamen Paddeltour auf dem Baker.
Nachdem am ersten Rapid, bedingt durch das “wenige” Wasser, nur noch die ganz linke “Creek-Line” in Frage kam, fingen die beiden Jungs schon langsam an die angebliche Wucht des Bakers in Frage zu stellen. Doch als ich mich nur wenige hundert Meter weiter am Ende des S-Rapids nach den zweien umschaute, waren beide wild schaufelnd und rollend damit beschäftigt sich von den Canyon-Wänden weg zu arbeiten. Grinsend empfing ich die beiden im Kehrwasser, die mir von da an glaubten, dass die Wellen, Walzen und Whirlpools doch größer sind als sie von oben aussehen. Wir verbrachten vier wunderschöne Tage am Baker bevor wir uns langsam wieder auf den Rückweg Richtung Futa, Pucon, Santiago und nach Hause machten.
Bei der Abreise erzählte uns Hector, unser Campingplatz-Wirt, dass die Bauarbeiten für den Staudamm am Rio Baker 2014 starten werden. Wir müssen also schnellstens wieder kommen – Bis zum nächsten Jahr Rio Baker!


Chile Teil 2: Von Pucon zum Rio Negro

von Anne Hübner

Mittlerweile war es schon Anfang Dezember und es stand ein Wechsel der Crew an – John fuhr nach Hause, dafür kamen Daniel und Paul dazu. Nach kurzem warmfahren in Pucon packten wir erneut das Auto und fuhren zum Rio Fuy. Da keiner von uns den Fluss kannte, fiel uns beim Einsteigen der hohe Wasserstand nicht auf. Schon die ersten Stellen kamen uns allerdings recht wuchtig vor und als wir den 6 Meter Wasserfall erreichten wurde uns schnell klar, dass an eine Befahrung gar nicht zu denken war. Die kurz auf den Wasserfall folgenden, stark rückläufigen Stufen erinnerten stark ans Brunauer Wehr bei Sommerwasserständen.
Auf unserem Weg weiter Richtung Süden nahmen wir noch den unteren Fuy mit, legten einen kurzen Siteseeing-Stop am Petrohue ein, bevor wir den langen (dirt-) Roadtrip entlang des Fjords vorbei an Cochamo bis zum Rio Negro antraten.
Nach anfänglichen Motivationsschwierigkeiten am nächsten Morgen – es war bewölkt und all unseer Paddelsachen waren noch klamm – begaben wir uns widerwillig zum Einstieg. Kaum waren wir dort angekommen zeigte sich die chilenische Sonne von ihrer besten Seite, brannte die Wolken geradezu weg und bescheerte uns einen weiteren traumhaften Paddeltag.
Für Thilo und Ali wurde es langsam Zeit sich auf den Rückweg nach Pucon zu machen. Doch bevor sie die Rückreise nach Deutschland antreten durften satnden unterwegs noch Golgol und Nilahue auf dem Program. Allerdings kommt es eben manchmal doch anders als man denkt. Aufgrund des Asche speienden Vulkans Puyehue hatten sich die sonst blauen Flüsse in braune, schlammige Drecksbrühen verwandelt, auf denen tausende von Bimssteinen ins Tal schwammen – nicht sehr einladend, wie wir fanden. So waren wir uns schnell einig, auf dirketem Weg nach Pucon durchzustarten. In Pucon galt es noch letzte Park-and-Huck Aktionen zu bewältigen, wie den Coilaco und für die mutigen unter uns den 23 Meter Fall des mittleren Palguin. Da die Wasserstände in Pucon immer weiter fielen, bereiteten wir uns langsam auf unsere Fahrt zum Futa vor. Nach einem kurzen Warmpaddeln mit unserem Neuankömmling Michi Motz, diversen Fototerminen und dem alljährlichen Palguin-Fest mit Boater-X verabschiedeten wir uns für´s Jahr 2011 von Pucon…

Fortsetzung folgt – Chile Teil 3: Vom Futa zum Baker und zurück


Chile Teil 1: Pucon und Norden

von Anne Hübner

Nachdem ich letzten März aus Chile zurück kam, stand für mich fest – ich werde wiederkommen. Mitte November war es dann soweit. Der europäische Winter machte sich langsam in Deutschland breit. Ich packte meine Sachen und begab mich zum Flughafen.
Zwei Tage später stieg ich in Pucon aus dem Bus, wo mich die beiden Norwegerinnen Nini und Erika, Nick ein Amerikaner und Jeff aus Kanada schon erwarteten. Die vier hatten schon Auto und Wohnung organisiert und so gings nur wenige Stunden nach meiner Ankunft direkt zum oberen Palguin. Ein einzigartiger Spielplatz und gelungener Einstieg in die diesjährige Chile Saison :) In den nächsten Tagen gings dann weiter mit Nevado, Trancura, Maichin und Puesco bis der Rest der “German-Crew” – John, Thilo und Ali – ankamen. Nachdem die Truppe komplett war und sich jeder in Pucon warmgepaddelt hatte machten wir uns auf den Weg Richtung Norden. Der Rio Claro war unser Ziel. Unterwegs liesen wir es uns nicht nehmen das Laja Tal hochzufahren und das kurze aber sehr kontinuierliche wasserführende Teilstück des Lajas zu paddeln. Nachdem der Weg zum Einstieg gefunden war ging es in einer rasanten Fahrt auf glasklarem blauen Wasser die 3 km nahezu ohne ein einziges Kehrwasser bis in den Stausee zum Ausstieg. Mit einem fetten Grinsen im Gesicht stiegen wir wieder ins Auto um noch in der Nacht zum Rio Claro zu fahren.
Nach einem ausgedehnten Brunch am nächsten Vormittag und 35 Grad im Schatten stellten wir wieder einmal fest, dass unsere Boote wohl immer noch nicht in der Lage waren den Weg zum Einstieg alleine zu laufen und so blieb uns nichts anderes übrig als sie den beschwerlichen Weg zum Einstieg der 22 Saltos Strecke hoch zu schleppen. Eine gute Stunde später liesen wir unsere Boote zu Wasser. Schon nach den ersten Metern war klar, dass sich die Strapazen wiedermal gelohnt hatten – auf glasklarem Wasser führte uns der Fluss durch die atemberaubende Vulkangesteins-Schlucht zurück zum Camp. Am Abend stärkten wir uns für die Heldentaten der nächsten Tage mit feinstem Fleisch im kleinen Restaurant gegenüber des Camps. Mit wechselnder Besatzung wurden erneut die 22 Wasserfälle, die Entresaltos-Strecke sowie die 7 Tazas bezwungen, bevor sich unsere kleine Gruppe wieder auf den Weg in Richtung Süden zum Rio Nuble aufmachte. So schön es am Claro auch war, über satt Wasser unterm Boot am Rio Nuble freute ich mich wie ein Schneekönig. Zurück in Pucon setzte ich mein Vorhaben den Vulkan Villarica zu besteigen nach einem Jahr endlich in die Tat um. Gefühlt ausgestattet wie für eine Mount Everest Expedition kämpften sich die Touristengruppen im Gänsemarsch den Hügel hoch. Oben angekommen wartete eine wunderschöne Aussicht und zur Belohnung eine rasante Abfahrt ;)

Fortsetzung folgt – Chile Teil 2: Von Pucon zum Rio Negro




SOURCE TO SEA KAJAKFESTIVAL

Datum: 28. April bis 01. Mai 2012

Ort: Natterer See (nahe Innsbruck)

Das S2S Kajakfestival ist ein viertägiges Saison Opening mit Basis am Camping Natterer See bei Innsbruck.

Das Ziel der Veranstaltung ist es vier Tage lang gemeinsam zu paddeln und das Leben zu genießen. Damit es nie langweilig wird haben wir für euch ein großes Rahmenprogramm auf die Beine gestellt.

Neben Führungsfahrten in allen Schwierigkeitsgraden, verschiedensten Testmöglichkeiten und einer Protestfahrt gegen die in Nordtirol geplanten Wasserkraftwerke steht auch ein Filmvortrag von Olaf Obsommer auf dem Programm.

Mehr Infos über das Event und den genauen Ablauf findet ihr hier: S2S Kajakfestival